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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2010, 10:53 
Gesperrt

Registriert: 31.05.2010
Beiträge: 5218
Die von Ärzten und Patientinnen im Jahr 2003 initiierte Kampagne „Durch die Brust ins Herz – Herausforderung Brustkrebs“ möchte hier Hilfestellung leisten mit kostenlosen Informationsmaterialien und deutschlandweiten Brustkrebs-Informationsveranstaltungen.

Bestellen kann man folgendes

-Brustkrebsjournal
-Vorsorgepass
-DVD „Herausforderung Brustkrebs - Teile I-III
-DVD „Wenn Brustkrebs wieder kommt - Teil IV
-DVD „Leben schmecken - Krebs, Krise, Kraft - Teil V


http://www.brustkrebszentrale.de/


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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 14:53 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Was ist Brustkrebs?

Der Brustkrebs - oder genauer das Mammakarzinom - ist eine Tumorerkrankung der weiblichen Brust. Der Begriff Mammakarzinom leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für die weibliche Brust (Mamma) ab. Ein Karzinom ist ein bösartiger Tumor des Deckgewebes des Körpers (vgl. Gutartige und bösartige Tumorarten).


Die weibliche Brust besteht aus Drüsen- und Fettgewebe. Um die Entstehung von Brustkrebs zu verstehen, ist es hilfreich, den Aufbau der weiblichen Brust zu kennen. Diese besteht im Wesentlichen aus Drüsengewebe und Fettgewebe. Das Drüsengewebe wiederum ist aus den eigentlichen Milchdrüsen und den Milchgängen zusammengesetzt. Die Milchdrüsen produzieren während der Stillzeit die Muttermilch, über die Milchgänge gelangt diese dann von den Drüsen bis zur Brustwarze, wo sie aus der Brust austritt.

Außerdem ist die Brust von einem weitverzweigten Lymphgefäßsystem durchzogen. In diesen Lymphgefäßen werden Flüssigkeit und Schlackestoffe aus dem Gewebe abtransportiert. Die Lymphgefäße verlassen die Brust im Wesentlichen in 2 verschiedene Richtungen: zu den Lymphknoten der Achselhöhlen und zu den Lymphknoten im Bereich des Brustbeins. Die Lymphknoten dienen als Filterstation. Außerdem enthalten sie zahlreiche Immunzellen. In den Lymphknoten wird die Lymphflüssigkeit gefiltert und eingedrungene Krankheitserreger bekämpft.


Brustkrebs bildet Metastasen.

Durch die vielfältigen hormonellen Einflüsse auf das Brustgewebe während des Menstruationszyklus kann das Brustgewebe unkontrolliert wachsen und einen bösartigen Tumor bilden. Eine Brustkrebserkrankung kann dabei entweder von dem Gewebe der Milchdrüsen oder dem Gewebe der Milchgänge ausgehen. Wenn einzelne Tumorzellen in die Lymphbahn gelangen, können sie sich unter Umständen in den Lymphknoten absiedeln und dort Tochtertumoren, so genannte Metastasen, bilden (man spricht von Metastasierung). Eine Metastasierung ist jedoch auch über den Blutweg möglich. Mit dem Blutstrom können Tumorzellen andere Organe erreichen und dort ebenfalls Metastasen bilden, z. B. Knochen oder Gehirn.


Lymphome sind selten.

Selten kann sich in der Brust ein Lymphom, insbesondere ein Non-Hodgkin-Lymphom, entwickeln. Ein Lymphom ist ebenfalls eine Tumorerkrankung im Bereich der weiblichen Brust. Man spricht dann aber nicht von einem Mammakarzinom bzw. von Brustkrebs, weil nicht das eigentliche Gewebe der Brust betroffen ist, sondern das überall im Körper vorkommende lymphatische Gewebe.


7 bis 10 Prozent aller Frauen bekommen Brustkrebs.

In Europa und den USA ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. 7 bis 10 Prozent der Frauen sind davon betroffen. Ein Viertel aller Krebskrankheiten bei Frauen entfällt auf die Brustkrebserkrankung. Die meisten Betroffenen (mehr als 70 Prozent) erkranken in einem Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Bei Frauen, die jünger sind als 30 Jahre, ist die Erkrankung sehr selten. In diesen Fällen liegt meistens eine genetische Belastung vor und es sind auch andere Familienmitglieder betroffen. Auch Männer können Brustkrebs bekommen. Das ist aber eher selten. Die geschlechtliche Verteilung von Frauen und Männern beträgt 99:1.

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs - Do it yourself: Brustuntersuchung...
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 14:59 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Do it yourself: Brustuntersuchung

Jede Frau sollte Ihre Brust jeden Monat ein Mal zum gleichen Zeitpunkt untersuchen. Der beste Zeitpunkt ist kurz nach der Monatsblutung. Dann ist das Brustgewebe besonders weich und Veränderungen lassen sich leichter tasten. Eine Creme macht die Haut geschmeidiger und erleichtert so das Abtasten. Wenn Sie Veränderungen feststellen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Geraten Sie aber nicht gleich in Panik. Die meisten Veränderungen sind ganz natürliche Entwicklungen. Und so wird's gemacht:


Schritt 1: Größe, Form, Hautfarbe Stellen Sie sich mit bloßem Oberkörper vor einen Spiegel. Die Arme an den Körper legen. Sehen Sie sich genau an. Achten Sie auf Veränderungen an den Brustwarzen und der Haut und auf Form und Umfang der Brust.


Schritt 2: Unterschiede rechts und links Danach heben Sie die Arme hoch und vergleichen diesmal die Brüste untereinander. Gibt es Unterschiede zwischen rechts und links? Solche Unterschiede können sein Hautunregelmäßigkeiten, eingezogene Brustwarzen, veränderte Brustform, Bildung neuer Falten etc.


Schritt 3: Abtasten der Brust Es folgt das Abtasten. Das geschieht mit allen Fingern der flachen Hand. Tasten Sie jede Brust kreisförmig ab. Die rechte Hand geht zur linken Brust, die linke Hand zur rechten Brust.


Schritt 4: Abtasten im Uhrzeigersinn Nehmen Sie sich danach jede Brust einzeln vor. Alle Abschnitte sollten gleich gründlich abgetastet werden. Bei fast allen Frauen ist die Brustdrüse im linken oder rechten oberen Viertel der Brust dichter, als in den anderen Bereichen der Brust.


Schritt 5: Brustwarzencheck Nehmen Sie die Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger und drehen Sie die Finger leicht gegeneinander. Dabei kann manchmal Flüssigkeit austreten. Achten Sie auf die Farbe.


Schritt 6: Abtasten im Liegen Jetzt sollten sie die kreisförmige Abtastung der Brust noch einmal durchführen. Diesmal aber im Liegen. Achten Sie dabei besonders auf die untere Brustregion.


Schritt 7: Lymphknoten unter den Achseln abtasten Tasten Sie Ihre Achselhöhlen ab. Dort befinden sich manchmal tastbare Lymphknoten. Obwohl Sie dann zum Arzt gehen sollten, muss das grundsätzlich noch nichts Negatives bedeuten. Lassen Sie sich dann genau untersuchen.

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs - Stadieneinteilung bei Brustkrebs...
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 15:02 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Stadieneinteilung bei Brustkrebs

Nach dem TMN-System werden Krebserkrankungen nach der Größe des Tumors (T), nach dem Auftreten von "Tochtertumoren" (Metastasen) in Lymphknoten (N; lateinisch "nodus" = Knoten) und dem Auftreten von Metastasen in anderen Organen (M) eingeteilt. Daraus leiten sich jeweils Konsequenzen für die individuelle Therapie ab.


T = Größe des Tumors
Für die Brustkrebserkrankung werden folgende Einteilungen unterschieden:

* T-Stadium
* Tx: keine Tumorbeurteilung möglich
* T0: kein Hinweis auf einen Tumor
* Tis: nichtinvasiver (nicht in das umgebende Gewebe einwachsender) Tumor
* T1: Tumor in größter Ausdehnung nicht größer als 2 cm
* T2: Tumor in größtem Durchmesser 2–5 cm groß
* T3: Tumor größer als 5 cm in größter Ausdehnung
* T4: der Tumor dehnt sich auf benachbarte Gewebe aus (z.B. Brustmuskulatur, Haut oder Rippen)


N = Befall der Lymphknoten:
N-Stadium

* Nx: Lymphknoten können nicht beurteilt werden
* N0: Lymphknoten sind nicht betroffen
* N1: Metastasen in den Achsellymphknoten auf der gleiche Seite wie die betroffene Brust; die Lymphknoten lassen sich bei der Untersuchung durch den Arzt bewegen
* N2: Metastasen in den Achsellymphknoten auf der gleiche Seite wie die betroffene Brust; die Lymphknoten lassen sich bei der Untersuchung durch den Arzt nicht bewegen, da sie miteinander oder mit umgebendem Gewebe verwachsen sind
* N3: Metastasen entlang der inneren Brustarterie auf der gleichen Seite wie die betroffene Brust


M = Metastasen:
M-Stadium:

* Mx: Vorhandensein von Organmetastasen nicht beurteilbar
* M0: keine Organmetastasen nachweisbar
* M1: Metastasen in anderen Organen vorhanden


Grading:
Weiterhin wird das biologische Verhalten des Tumorgewebes im Rahmen der feingeweblichen Untersuchung näher untersucht ("Grading"). Dies lässt z.B. Rückschlüsse über die Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors oder eine Tendenz zur Metastasierung zu. Es werden die Grading-Stufen G1, G2 und G3 unterschieden.

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs - Krankheitsbild und Verlauf bei Brustkrebs...
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 15:05 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Krankheitsbild und Verlauf bei Brustkrebs

Häufig ist ein Knoten das erste Zeichen.
Eine Brustkrebserkrankung wird sehr häufig durch einen tastbaren Knoten bemerkt. Das kann bei der Selbstuntersuchung der Brust auffallen, oder bei der Vorsorgeuntersuchung durch den Arzt. Es gibt aber auch andere Krankheitszeichen, die bei Brustkrebs auftreten können. Dazu gehören:

* Verhärtung der Brust oder der Brusthaut
* Schmerzen, Druck oder Spannungsgefühl in der Brust
* Einziehungen der Brusthaut
* Entzündung der Brust und/oder der Brusthaut
* Veränderungen der Brustwarze
* Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze
* Allgemeinsymptome (z.B. allgemeines Schwächegefühle, Gewichtsverlust)


Nicht immer werden die Beschwerden durch einen Tumor verursacht.
Bei einer oder mehrerer solchen Beschwerden muss man aber nicht automatisch davon ausgehen, dass definitiv eine Brustkrebserkrankung vorliegt. Es können auch andere Erkrankungen zu diesen Beschwerden führen. Spannungsgefühle in der Brust etwa können auch auf eine Mastodynie hinweisen. Selbst Knoten sind nicht automatisch eine Krebserkrankung. Durch normale Umbauprozesse in der Brust kann es zur Mastopathie kommen, bei der ebenfalls Knoten und Schmerzen auftreten. Es ist aber in jedem Fall besser, die Beschwerden schnell und gründlich von einem Arzt untersuchen zu lassen, um die tatsächliche Ursache herauszufinden. Gleichzeitig ist das auch eine Erleichterung, wenn sich herausstellt, dass eine harmlose Erkrankung hinter den Beschwerden steckt.


Verschiedene Symptome deuten auf Metastasen hin.
In seltenen Fällen wird eine Brustkrebserkrankung erst dann bemerkt, wenn sich bereits "Tochtertumoren" (Metastasen) in den Lymphknoten oder in anderen Organen gebildet haben. Dann sind auftretende Beschwerden damit verbunden, dass die normalen Funktionen der betroffenen Lymphknoten bzw. Organe beeinträchtigen. Das kann z.B. sein:

* tastbarer verdickter und/oder verhärteter Lymphknoten in der Achselhöhle bei Befall eines oder mehrerer Achsellymphknoten
* Luftnot oder sonstige Atembeschwerden, chronischer Husten, blutiger Auswurf und/oder Schmerzen im Brustkorb, wenn die Lunge und/oder das Brustfell betroffen ist
* Knochenschmerzen und/oder Knochenbrüche durch eine Bagatellverletzung bei Vorliegen von Knochenmetastasen
* Lähmungen, Sensibilitätsstörungen und/oder Schmerzen bei Knochenmetastasen in der Wirbelsäule, welche auf das Rückenmark oder die aus dem Rückenmark entspringenden Nervenwurzeln drücken
* Bauchwassersucht (Aszites) und/oder Gelbsucht (Ikterus) bei Befall der Leber
* Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Sprachschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen und/oder Wesensveränderungen, wenn sich Metastasen im Gehirn gebildet haben


Erst eine Untersuchung schafft Sicherheit.
Aber auch hier gilt, dass diese Beschwerden kein sicherer Hinweis auf eine Krebserkrankung sind. Solche Symptome können teilweise ebenso bei anderen Krankheiten oder auch bei Gesunden als "Befindlichkeitsstörung" auftreten. Immer sollte bei längerem Bestehen solcher Beschwerden oder bei konkretem Krebsverdacht eine gründliche Abklärung erfolgen.


Sehr selten äußert sich eine Brustkrebserkrankung zuerst durch so genannte Allgemeinsymptome, die im Rahmen vieler Krebskrankheiten auftreten können (siehe Abschnitt "Allgemeine Krankheitszeichen").


Krankheit, Therapie und Lebensumstände verursachen erhebliches Leid für die Seele.
Neben den rein körperlichen Beschwerden dürfen auch die "begleitenden" Belastungen nicht außer Acht gelassen werden. So können sich durch die mit der Erkrankung oder der Therapie einhergehenden Beschwerden, wie nachlassende Leistungsfähigkeit oder allgemeines Schwächegefühl, Einschränkungen im Alltag ergeben. Für viele Betroffene ist es sehr belastend, wenn sie ihren gewohnten Aktivitäten in Beruf oder Freizeit nicht mehr nachgehen können. Unter Umständen entwickeln sich Minderwertigkeitsgefühle oder Ängste, den Mitmenschen zur Last zu fallen. Zudem stellt eine Erkrankung an einem so typisch weiblichen Körperteil wie der Brust für viele Frauen das weibliche Selbstbild infrage. Gerade nach der operativen Entfernung der Brust stellen sich unter Umständen Hemmungen im sexuellen Umgang mit dem Partner ein.


Psychologen und Psychoonkologen helfen.
Ein Patentrezept gegen diese Beschwerden bzw. Belastungen gibt es nicht. Jedoch sollte sich keine Frau davor scheuen, mit der Familie und mit Freunden und natürlich auch mit dem behandelnden Arzt bzw. einem Psychologen oder Psychoonkologen über diese schwere Situation zu sprechen. Dadurch ergeben sich oftmals ganz praktische Hilfen bzw. das Verständnis für die Erkrankung wird gefördert. Zudem helfen krankengymnastische Übungen, körperliche Schwächen zu überwinden. Eine große Hilfe zur Wiederherstellung des "weiblichen Selbstbildes" bieten Methoden des Brustaufbaus (vgl. Therapie) oder, als einfachere Maßnahmen, äußerlich oder mit der Kleidung zu tragende Brustprothesen.

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs - Diagnostik bei Verdacht auf Brustkrebs...
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 15:08 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Diagnostik bei Verdacht auf Brustkrebs

Wenn bei der Selbstuntersuchung der Brust oder bei der Untersuchung durch den Frauenarzt in der Brust ein Knoten oder eine Verhärtung auffällt, muss abgeklärt werden, worum es sich handelt. Dafür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

* körperliche Untersuchung
* Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust)
* feingewebliche Untersuchung

Sollte sich herausstellen, dass es sich tatsächlich um eine Brustkrebserkrankung handelt, haben die diagnostischen Verfahren noch weitere Bedeutung: Sie dienen der Feststellung, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist, und der Therapieplanung.


Krankengeschichte und körperliche Untersuchung:
Als erster diagnostischer Schritt erhebt der Arzt die Krankengeschichte, um Informationen über Beschwerden und eventuelle Risikofaktoren zu erhalten. Nach der Erhebung der Krankengeschichte erfolgt in der Regel die körperliche Untersuchung. Dabei werden beide Brüste und die Region um die Brüste sowie die Achselhöhlen sorgfältig abgetastet und auf Knoten oder Verhärtungen hin untersucht. Wird ein Knoten gefunden, ist darauf zu achten, wie groß er ist, ob er schmerzt und ob er sich verschieben lässt. Auch die Haut wird gründlich angesehen und außerdem darauf geachtet, ob sich Flüssigkeit aus der Brust auspressen lässt.


Ultraschall:
Manchmal kann nach der körperlichen Untersuchung eine Ultraschalluntersuchung der Brust weitere Informationen geben. Mit Hilfe des Ultraschalls lassen sich Strukturen innerhalb des Körpers - also auch Gewebeverhärtungen, Zysten oder Knoten in der Brust - darstellen.


Mammographie:
Als nächster diagnostischer Schritt schließt sich in der Regel eine so genannte Mammographie an. Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust. Dazu wird die Brust zwischen 2 Platten positioniert und relativ fest eingespannt. Durch diese etwas unangenehme Prozedur kann die Brust für die Röntgenaufnahme etwas "ausgebreitet" werden, wodurch sich bessere Bilder ergeben, die dann eine genauere Beurteilung zulassen. Eine gute Bildqualität ist für die korrekte Auswertung von großer Bedeutung. Es werden pro Brust 2 Aufnahmen angefertigt, einmal von der Seite und einmal von oben. Daher ist es notwendig, jede Brust jeweils 2 mal für die Röntgenaufnahme zwischen den Platten zu positionieren. Die Aufnahme der gesunden Brust dient als Vergleichsaufnahme zur besseren Beurteilung der erkrankten Seite. Außerdem schließt ein Knoten in einer Brust nicht aus, dass die andere Seite eventuell auch erkrankt ist. Die Belastung durch Röntgenstrahlung ist durch Verwendung moderner Röntgengeräte mittlerweile gering.


Gewebeprobe:
Es ist jedoch möglich, dass nach dieser Diagnostik noch nicht sicher entschieden werden kann, ob es sich bei einem tastbaren Knoten um einen gutartigen oder einen bösartigen Befund handelt. Diese Unterscheidung hat jedoch wichtige Konsequenzen. So kann ein gutartiger Knoten in vielen Fällen unbehandelt bleiben, ein bösartiger hingegen muss sofort therapiert werden. Als nächste diagnostische Möglichkeit kommt dann die Untersuchung einer Gewebeprobe infrage. Diese wird mit Hilfe einer dünnen Nadel aus dem verdächtigen Bezirk der Brust gewonnen und dann unter dem Mikroskop untersucht.


Punktion unter Ultraschallkontrolle
Um die Gewebeprobe zu erhalten, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: Wenn ein Knoten gut tastbar ist, weil er z. B. oberflächennah liegt, kann ihn der Arzt mit einer Hand tasten und mit der anderen Hand die Punktionsnadel in den Knoten führen. Dieses Vorgehen ist aber bei sehr kleinen oder in der Tiefe gelegenen Knoten schwierig. In diesen Fällen kann eine so genannten "Punktion unter Ultraschallkontrolle" durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass der Arzt zunächst mit dem Ultraschallgerät den Knoten in der Brust sucht und ihn dann "im Bild behält". Nun kann er mit der anderen Hand, sozusagen "unter Sicht", die Punktionsnadel sicher in den Knoten führen. Es stehen auch Ultraschallgeräte zur Verfügung, die direkt mit einer Punktionsnadel ausgestattet sind. Auf diese Weise kann der Knoten mit dem Ultraschallgerät dargestellt und gleichzeitig mit der Punktionsnadel darauf "gezielt" werden. Eine weitere Möglichkeit der "Punktion unter Sicht" ist die Punktion auf Basis einer Röntgenuntersuchung. In diesem Fall werden aus mehreren Richtungen Röntgenbilder des Knotens angefertigt. Ein Computer errechnet dann den genauen Weg der Punktionsnadel in den Knoten, sodass diese ihr Ziel sicher erreicht.


Feinnadelpunktion und Stanzbiopsie
Für die Gewebegewinnung können 2 verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen, die Feinnadelpunktion und die Stanzbiopsie. Bei der Feinnadelpunktion wird eine sehr dünne Nadel in den Knoten geführt und eine kleine Menge Gewebe "abgesaugt". Da die Nadel sehr dünn und die Punktion schmerzarm ist (vergleichbar dem Einstich bei einer Blutabnahme), ist keine Betäubung notwendig. Diese Methode ist insbesondere für sehr kleine Knoten geeignet, die mit einer größeren Nadel nicht zielgenau erreicht werden könnten. Bei größeren Knoten hingegen besteht die Möglichkeit, etwas mehr Gewebe für die Untersuchung zu gewinnen, hier kommt die Stanzbiopsie zur Anwendung. Dabei wird nach einer örtlichen Betäubung eine etwas größere Hohlnadel in den Knoten geführt. Diese schneidet ein kleines Gewebestückchen aus dem Knoten heraus, welches nach Entfernung der Nadel aus ihrem Inneren entnommen werden kann. Mit Verletzungen der Brust oder Blutungen ist bei beiden Verfahren nicht zu rechnen. Auch die Gefahr, durch die Punktion Krebszellen zu verschleppen, ist vernachlässigbar gering.


Das Stadium muss ermittelt werden.
Das entnommene Gewebe wird zur feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop verwendet. Auf diese Weise kann festgestellt werden, von welcher Gewebeart der Brust (Milchdrüsen oder Milchgänge) der Tumor ausgeht und ob er hormonempfindlich ist. Außerdem lässt sich die Grading-Stufe ermitteln (siehe Abschnitt "Stadieneinteilung, Grading"). Diese Ergebnisse sind wichtig, um eine spätere Therapie möglichst genau planen zu können.


Untersuchung auf Metastasen.
Weiterhin muss untersucht werden, ob der Brustkrebs eventuell "Tochtertumoren" (Metastasen) gebildet hat. Dazu werden verschiedene Regionen des Körpers (Leber, Lunge, Skelett, Gehirn) mittels z.B. Röntgenuntersuchung, Computertomographie, Kernspintomographie, Ultraschalluntersuchung oder Szintigraphie (siehe Abschnitt "Allgemeine Diagnostik") untersucht.

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs - Tumore der Brust - wo treten Sie auf?
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 15:13 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Tumore der Brust - wo treten Sie auf?

Brustdrüsen der Frau
Die Hautdrüsen der weiblichen Brust bestehen vor allem aus Fettgewebe. Die Drüsenlappen mit den Milchausführungsgängen münden in die Brustwarze. Die Milchbläschen entwickeln sich nur während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit. In der schwangerschaftsfreien Zeit beeinflussen die Hormone Östrogen und Progesteron die Brustdrüsen. Die Wirkung: Im Laufe des Zyklus können die Brustdrüsen durch vermehrte Wassereinlagerung anschwellen. Das kann Beschwerden in der Brust auslösen.


Die monatliche Untersuchung der Brust ist wichtig, um Veränderungen im Brustgewebe frühzeitig festzustellen. Jede Frau hat Angst vor Brustkrebs. Natürlich ist nicht jede Veränderung und jeder Knoten ein bösartiger Tumor. Aber jede Frau hat verständlicherweise Angst, es könnte doch einer sein. Deshalb hier ein Überblick über die Stellen, an denen sich bösartige Tumore am häufigsten entwickeln:

* 60 Prozent aller Knoten treten im äußeren oberen Viertel auf.
* Zwölf Prozent liegen im inneren oberen Teil.
* Zwölf Prozent treten im Bereich der Brustwarze auf.
* 10 Prozent sitzen im inneren unteren Viertel der Brust.
* 6 Prozent im äußeren unteren Quadranten der Brust.

Die meisten Veränderungen der Brust können durch regelmäßige Vorsorge von den Frauen selbst entdeckt werden. Also regelmäßiges Abtasten nicht vergessen!

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs - Risikofaktoren von Brustkrebs...
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 15:17 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Risikofaktoren von Brustkrebs

Jede Frau kann Brustkrebs bekommen.
Eine Brustkrebserkrankung entsteht "spontan", d. h. ohne erkennbaren äußeren Anlass. Der Brustkrebs wird nicht durch ein bestimmtes Verhalten hervorgerufen. Das bedeutet aber auch umgekehrt: Er kann nicht durch z. B. eine besonders gesundheitsbewusste Lebensführung verhindert werden. Grundsätzlich kann jede Frau erkranken.


Auch bei erhöhten Risiken muss eine Erkrankung nicht automatisch auftreten.
Es gibt aber einige wichtige Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Brustkrebs beeinflussen:

* Höheres Lebensalter: Eine 65-jährige Frau hat im Vergleich zu einer 45-jährigen ein 3-mal so hohes Risiko, in ihrem nächsten Lebensjahr an Brustkrebs zu erkranken.
* Familiäre Belastung: Ist eine Verwandte ersten Grades (Mutter oder Schwester) erkrankt, steigt das Risiko um das 3- bis 4-fache, vor allem wenn die betroffene Verwandte zum Zeitpunkt der Erkrankung jünger als 50 Jahre war.
* Mutation: Sind bestimmte Gene, die so genannten BRCA-1- und BRCA-2-Gene, verändert, steigt das Risiko um den Faktor 7 bis 8. Bei 2 bis 5 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs lassen sich diese Gene nachweisen und sogar in 30 bis 60 Prozent der Fälle, bei denen eine familiäre Häufung dieser Krankheit besteht.
* Geburten: Bei Kinderlosigkeit erhöht sich das Brustkrebsrisiko um den Faktor 1,5 bis 4.
* Alter bei der ersten Geburt: Wurde das erste Kind ab einem Alter von 35 Jahren zur Welt gebracht, ist das Brustkrebsrisiko 3fach erhöht. Dagegen ist das Risiko geringer, wenn die erste Geburt vor dem 20. Lebensjahr stattfand.
* Stillen: Eine länger als 4 Wochen andauernde Stillperiode senkt das Brustkrebsrisiko.
* Zeitpunkt der ersten Regelblutung: Ein Auftreten der ersten Menstruation vor dem 12. Lebensjahr steigert das Risiko um den Faktor 2. Ein Menstruationsbeginn nach dem 16. Lebensjahr senkt das Risiko.
* Aussetzen der Regelblutung: Setzen die Regelblutungen nach dem 55. Lebensjahr aus, verdoppelt sich das Risiko. Liegt dieser Zeitpunkt vor dem 45. Lebensjahr, ist das Risiko verringert.
* Vorerkrankung: Wenn bereits eine Brustkrebserkrankung durchgemacht wurde, ist das Risiko für eine erneute Brustkrebserkrankung 5-mal höher als bei einer nicht betroffenen Frau.


Einige weitere Risikofaktoren haben einen geringeren Einfluss, können aber trotzdem wichtig sein. Dazu gehören Übergewicht und die Einnahme von Hormonen gegen Wechseljahresbeschwerden.


Regelmäßige Untersuchungen schaffen Sicherheit.
Diese Risikofaktoren sind statistisch ermittelt. Die angegebenen Risikoerhöhungen sind statistische Mittelwerte. Das bedeutet, dass bei einem Auftreten eines oder mehrerer Risikofaktoren nicht automatisch mit dem Auftreten von Brustkrebs zu rechnen ist. Jedoch sind bei Frauen, die mehrere Risikofaktoren auf sich vereinen, eine ausführliche Beratung und regelmäßige Untersuchungen durch den Frauenarzt notwendig. Auf diese Weise kann eine mögliche Brustkrebserkrankung oft früh erkannt werden. In einem frühen Stadium lässt sich die Erkrankung wirksamer behandeln, als eine bereits weiter fortgeschrittene Erkrankung.

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs - Therapie bei Brustkrebs...
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 15:28 
Kaiser

Registriert: 02.06.2010
Beiträge: 4358
Therapie bei Brustkrebs

Inhaltsübersicht:
Operation
Brustaufbau
Strahlentherapie
Hormontherapie
Chemotherapie
Nachsorge und Prognose



Operation

Mit einem einzigen Eingriff werden Tumor und Lymphknoten entfernt.
Wenn die Diagnose einer Brustkrebserkrankung feststeht und alle wichtigen Untersuchungsbefunde vorliegen, muss sorgfältig geplant werden, wie sich die Therapie gestalten soll. Vielfach ist es möglich, durch einen einzigen operativen Eingriff den Tumor (oder auch die betroffene Brust) und die Lymphknoten in der Achselhöhle zu entfernen. Die Lymphknoten werden mitentfernt, um sie auf eventuell vorhandene Metastasen zu untersuchen. In diesem Fall spricht man von einem einzeitigen Vorgehen. Dieses einzeitige Vorgehen kommt bei Frauen infrage,

* bei denen der Tumor sehr gut abzugrenzen ist,
* während der vorangegangenen Untersuchungen keine Metastasen gefunden wurden und
* der Arzt die alleinige Operation ohne zusätzliche Therapie als beste Möglichkeit empfiehlt.


Bei mehreren Tumoren muss zweimal operiert werden.
Im Gegensatz zum einzeitigen besteht auch die Möglichkeit des so genannten zweizeitigen Vorgehens. Dabei wird während einer ersten Operation nur der Tumor entfernt und dieser unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht. Nach dieser feingeweblichen Untersuchung kann dann ein zielgerichteter zweiter Eingriff erfolgen, um eventuell noch verbliebenes Tumorgewebe, die betroffenen Brust und/oder die Lymphknoten in der Achselhöhle zu entfernen. Ein solches zweizeitiges Vorgehen ist bei jenen Frauen zu empfehlen, bei denen der Verdacht auf mehrere Tumorherde in der Brust besteht und/oder der Knoten im Röntgenbild nicht sehr gut zu erkennen ist.


Wenn eine Operation geplant ist, müssen Arzt und Patientin vorher gemeinsam beraten, welcher Eingriff der beste ist. Grundsätzlich bestehen folgende Möglichkeiten:

* die brusterhaltende Operation, bei der nur das Tumorgewebe aus der Brust und die Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt werden
* die so genannte Mastektomie, bei der die gesamte Brust mit dem darin enthaltenen Tumor entfernt wird


Strahlentherapie nach der OP.

Das brusterhaltende Vorgehen kommt bei kleinen Tumoren infrage. Die Lymphknoten in der Achselhöhle werden ebenfalls entfernt, um sie auf das Vorliegen von Metastasen untersuchen zu können. Nach einer brusterhaltenden Operation schließt sich immer eine Strahlenbehandlung an. Dadurch soll verhindert werden, dass von einzelnen im Brustgewebe verbliebenen Tumorzellen erneut eine Erkrankung ausgeht.


Die Brust muss nur entfernt werden, wenn der Tumor sehr groß ist oder mehrere Herde hat.
Die Entfernung der gesamten Brust mitsamt dem Tumor (Mastektomie) wird bei Betroffenen durchgeführt, deren Tumor relativ groß ist. Weitere Gründe für die Entfernung der Brust sind beispielsweise das Vorliegen mehrerer Tumorherde in einer Brust oder die Unmöglichkeit, nach der Operation eine Strahlentherapie durchzuführen (dies wäre nach brusterhaltender Operation zwingend notwendig). Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die Brust durch eine plastische Operation wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau der Brust ist während derselben Operation wie die Brustentfernung oder aber im Rahmen eines zweiten Eingriffs möglich.


Brustaufbau

Gewebeexpander dehnen das erhalten gebliebene Brustgewebe langsam.
Grundsätzlich bestehen 2 verschiedene Möglichkeiten, die Brust wiederaufzubauen: mit körperfremdem oder mit körpereigenem Material. Als körperfremdes Material können beispielsweise Silikonkissen verwendet werden. Diese werden unter die Haut bzw. die Brustmuskulatur geschoben und bilden so die Wölbung der Brust nach. Ängste vor giftigen Wirkungen oder allergischen Reaktionen sind eher unbegründet. Auch so genannte Gewebeexpander können eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um leere Silikonkissen, die dann langsam über Wochen und Monate in regelmäßigen Abständen durch die Haut über eine Spritze mit Flüssigkeit gefüllt werden. Auf diese Weise kann sich die Haut über dem Gewebeexpander langsam dehnen. Nach erfolgter Dehnung wird der Expander gegen ein Silikonkissen ausgetauscht.


"Verpflanzung" von eigenem Muskelgewebe kann die Brust aufbauen.
Bei der Wiederherstellung mit körpereigenem Gewebe werden so genannte Lappentransplantate verwendet. Dabei handelt es sich um Muskelgewebe aus dem Rumpf mit der darüber befindlichen Haut. Dieser Lappen wird an seiner ursprünglichen Stelle entnommen, um aus diesem Gewebe eine neue Brust aus körpereigenem Gewebe zu formen.


Auch die Brustwarze wird nachgebildet.
Um nicht nur die Form der Brust wiederherzustellen, sondern auch die Brustwarze, wird diese ebenfalls nachgebildet. Dazu wird in der Regel ein kleines Hautstückchen aus der Oberschenkelinnenseite entnommen, um die dort etwas dunklere Hautfärbung zu nutzen. Aus dieser Haut wird nun eine neuen Brustwarze geformt und diese entsprechend eingepasst. Sollte die Haut aus dem Oberschenkel nicht dunkel genug sein, kann die Farbe mit Hilfe einer Tätowierung noch angepasst werden.


Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie ist obligatorisch nach einer OP.
Für den Fall, dass eine Strahlentherapie in Erwägung gezogen wird, sind dafür 4 bis 6 Wochen einzuplanen. Nach Beginn der Bestrahlung im Krankenhaus kann die Strahlentherapie häufig ambulant weitergeführt werden. Eine Strahlentherapie als alleinige Therapie wird nur sehr selten durchgeführt, weil bis zu 90 Prozent aller Brustkrebstumore mit einer Operation sehr viel besser behandelt werden können. Häufig dagegen ist die ergänzende Strahlentherapie nach einer Operation, die vor allem positive Auswirkungen auf das Wiederauftreten einer Brustkrebserkrankung hat.


Hormontherapie

Eine Entscheidung muss nach sorgfältigen individuellen Überlegungen getroffen werden.
Grundsätzlich sollte bei jeder Frau mit Brustkrebs die Möglichkeit einer Chemo- und/oder Hormontherapie in Betracht gezogen werden. Auch eine Strahlentherapie kommt infrage (vgl. Allgemeine Therapie). Als Entscheidungshilfen dienen unter anderem:

* Größe des Tumors
* Art und Hormonempfindlichkeit des Tumors nach feingeweblicher Untersuchung
* Wachstumstendenz des Tumors
* Vorhandensein von Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen
* allgemeiner Gesundheitszustand und Alter der Patientin
* Wunsch der betroffenen Frau

Eine Hormonblockadetherapie kann auch eingesetzt werden, um den Tumor so weit zu verkleinern, dass statt einer Brustamputation eine brusterhaltende Operation möglich wird.


Hormonabhängige Tumore reagieren auf eine Hormontherapie.
In etwa 30 Prozent der Fälle sind Mammakarzinome hormonabhängig. Das bedeutet, dass sie durch eine Hormontherapie zur Rückbildung gebracht werden können. Eine Hormontherapie kann auch dann in frage kommen, wenn andere Therapien nicht mehr sinnvoll sind, z. B. bei fortgeschrittenen Erkrankungen mit Tochtergeschwüren in verschiedenen Körperregionen. In einem solchen Fall lindert eine Hormontherapie die Beschwerden und kann auch lebensverlängernd wirken. Eine Heilung ist in diesem Fall aber nicht möglich. Eine Hormontherapie wird in der Regel als Dauerbehandlung über 5 Jahre durchgeführt.



Chemotherapie

Eine Chemotherapie ergänzt die primären Therapien.
Eine Chemotherapie wird normalerweise im Anschluss an eine Operation und Strahlentherapie durchgeführt. Ziel ist es , auch kleinste Reste eines Tumors zu zerstören oder auch Tumore zu behandeln, die so klein sind, dass eine Operation oder Bestrahlung nicht möglich ist. Die Chemotherapie ist eine sogenannte adjuvante (ergänzende) Therapie. Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass sich dadurch das Wiederauftreten eines Krebses verhindern lässt. Auch die Überlebenszeit verlängert sich.


Es können massive Nebenwirkungen auftreten.
Allerdings kann eine Chemotherapie auch erhebliche Nebenwirkungen haben. Diese Nebenwirkungen lassen sich oft nicht vermeiden, können aber ebenfalls behandelt werden und sind i.d.R. vorübergehend. Nutzen und Risiken sollten individuell abgewogen werden. Eine Chemotherapie erfolgt in der Regel insgesamt 6-mal im Abstand von jeweils 4 Wochen.


Nachsorge und Prognose

Regelmäßige Kontrollen gehören danach zum Leben.
Nach abgeschlossener Therapie folgt die Phase der Nachsorge. Neben einer möglichen Rehabilitationsbehandlung (vgl. Allgemeine Therapie) sind regelmäßige Arzttermine wichtig. Dabei werden die behandelte und die gesunde Brust untersucht und einmal jährlich eine Mammographie durchgeführt.


Weiterhin sollte die betroffene Frau regelmäßig ihre Brust selbst untersuchen. Diese Maßnahmen dienen dazu, eventuell auftretende Rezidive (erneute Krankheitsausbrüche) rechtzeitig zu erkennen, um eine wirksame Therapie einzuleiten.


Die Prognose hängt von der Größe und dem Verhalten des Tumors ab.
Es hat sich herausgestellt, dass die Heilungschancen nach durchgeführter Brustkrebstherapie entscheidend von der Größe des Tumors und dem Vorhandensein von Metastasen in den Lymphknoten der Achselhöhle abhängen. So traten in einer Studie bei Frauen mit kleinem Tumor (T-Stadium 1) innerhalb von 10 Jahren zu fast 80 Prozent keine Neuerkrankungen auf. Bei Frauen mit großem Tumor (T-Stadien 2 und 3) und Metastasen in den Lymphknoten der Achselhöhle jedoch kam es umgekehrt bei 80 Prozent der Betroffenen zu einem Widerauftreten der Erkrankung.

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 Betreff des Beitrags: Brustkrebs der Frau - Fassung der Leitlinie
BeitragVerfasst: Do 26. Apr 2012, 23:42 
Kaiser
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Brustkrebs der Frau - Dies ist die derzeit gültige Fassung der Leitlinie

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